Der Verein
Gründung Ende der 1980er Jahre
Der Verein Mutabor wurde 1988 von den Sozialpädagoginnen Margot Wingruber und Christine Müller gegründet. Ihre Idee, Menschen mit erlittener Hirnschädigung eine maßgeschneiderte Rundum-Versorgung zu ermöglichen, fand bei der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, die für die Startfinanzierung gewonnen werden konnte, regen Zuspruch. Damit nicht genug, gelang es Margot Wingruber in der Folge außerdem die Landeshauptstadt München sowie das Land Bayern zu gewinnen, um die Vereinsarbeit zu unterstützen, so dass bereits 1990 erste Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen werden konnten.
Erweiterung des Angebots
Das ursprüngliche Konzept in Form einer ambulanten Intensivförderung wollte sowohl dem Versorgungsbedarf der Betroffenen als auch der Notwendigkeit, die Angehörigen zu entlasten, nachkommen. 1992 konnte das Angebot mit der Eröffnung der Therapeutischen Tagesstätte auch auf jüngere Patienten mit Bedarf zur beruflichen Wiedereingliederung erweitert werden. Und auch für dieses Projekt gelang es Margot Wingruber alte und neue Vertragspartner ins Boot zu holen, um die erforderlichen Investitionskosten aufzubringen. Seit 2012 bieten wir eine üOBA-Beratungsstelle an und sind an THEA mobil (gefördert durch die Landeshauptstadt München) beteiligt.
Leitung
Margot Wingruber leitete den Verein bis 2005 hauptamtlich und gründete in dieser Zeit auch eine Nachsorgegruppe. Anschließend übergab sie die Leitung an ihre langjährige Weggefährtin Christine Müller. Seit 2022 steht der Verein unter der Leitung von Daniela Klemer, die bereits seit 2004 die Therapeutische Tagesstätte führte.

„Mutabor“ – Ein Zauberwort für den Weg zurück ins Leben
„Mutabor“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet: „ich werde verändert werden“ bzw. „ich werde mich verändern“. Ein verheißungsvolles Wort und in Wilhelm Hauffs Märchen Kalif Storch sogar ein Zauberwort mit dessen Hilfe es den beiden in Störche verwandelten Protagonisten – dem Kalifen und seinem Wesir – schließlich gelingt, ihre Gestalt und damit ihre Identität wiederzubekommen.
Ein schöner Gedanke und ein schönes Wort für eine Institution, die sich genau das auf ihre Fahnen geschrieben hat. Nämlich: Menschen, die einen Hirnschaden erlitten haben und damit auch eine schwere Beeinträchtigung ihrer Identität erfahren mussten, zu helfen ihre bisherige Lebensführung und die gewohnten Fähigkeiten weitestgehend wiederzuerlangen.
Wie im Märchen, wo sowohl der Kalif als auch der Wesir durch das Zauberwort „Mutabor“ von ihrer Leidenszeit als Störche erlöst werden, sollen unsere Patienten und deren Angehörige durch unser maßgeschneidertes Therapieprogramm möglichst viele der alten Fähigkeiten zurückgewinnen und darüber hinaus trotz verbleibender Einschränkungen ein neues, aber durchaus zufriedenes Leben führen.
In Hauffs Märchen machen der Kalif und sein Wesir einen Transformationsprozess durch an dessen Ende deren Rückverwandlung steht und eine Prinzessin gibt es am Ende sogar noch obendrauf. Für Letzteres können wir zwar nicht garantieren, sie bei Ihrem persönlichen Transformationsprozess hin zu einem erfüllten Leben professionell zu unterstützen aber schon.
Wir sind ausgezeichnet!
1992: Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung für Mutabor e.V.
2003: Medaille in Silber „München leuchtet-den Freunden Münchens“ für Margot Wingruber
2005: Bayerische Verfassungsmedaille in Silber für Margot Wingruber
2013: Bayerische Verfassungsmedaille in Gold für Margot Wingruber
2018: Gesundheitspreis der Stadt München an Mutabor e.V. für das Projekt „THEA mobil – Therapie und Hilfe im Alltag für ältere Menschen“ in der Kategorie „Gesund im Alter“
